Dieser Redebeitrag wurde von einer Vertreterin des Frauen-Plenums am 16.11.2020 bei einer Kundgebung zur konstituierenden Ratssitzung vor der Luise-Albertz-Halle gehalten. Anlass für die Kundgebung war der Einzug der AfD in den Oberhausener Stadtrat.
Wir vom Frauen-Plenum Oberhausen sind heute hier, weil wir es nicht hinnehmen, dass rechte Ideologen hier bei uns wieder offen hetzen und Stimmung machen!
Der skandalöse Einzug der AFD in den Rat der Stadt Oberhausen macht deutlich, was in einer Gesellschaft passiert, in der jede krisenhafte Entwicklung schnell und bereitwillig dazu genutzt wird,
- sich nach außen hin abzuschotten, auf rechte Ideologien und vermeintlich traditionelle, männerdominierte Werte zurückzuziehen;
- dabei nicht nur die Angst vor Flüchtlingen zu schüren, sondern ganze Bevölkerungsgruppen auszugrenzen und zu diffamieren;
(und schließlich)
- längst überholte Frauenklischees wieder zu propagieren und Frauen auf deren Aufgabenerfüllung (im Heim am Herd) zu reduzieren.
Der Einzug der AFD in den Stadtrat ist nur ein Ergebnis dieser rückwärtsgerichteten chauvinistischen Politik, die seit Jahren propagiert und von nicht geringen Teilen der deutschen
Bevölkerung inzwischen mitgetragen wird.
Die AFD steht für alles, was wir nie wieder haben wollen!
Und – mal ehrlich – viele dachten ja, wir hätten faschistische Ideologien schon längst überwunden!
Wir halten nichts – aber auch wirklich gar nichts – von dem verstaubten, antidemokratischen, rassistischen, chauvinistischen Weltbild (der AFD)!
Eure rechte Ideologie und frauenverachtende Tradition kotzt uns an!
Nein, wir halten uns nicht bedeckt!
Wir sind auch nicht die Gebährmaschinen der Nation!
Unser Bauch gehört uns!
Frauen, wir sind Teil einer immer lauter werdenden Stimme gegen Chauvinismus und Herrschaft!
Wir kämpfen auch weiterhin für das internationale Selbstbestimmungsrecht von Frauen, für Menschenrechte und eine freie, multikulturelle, solidarische Gesellschaft!
Dabei haben wir unsere eigenen Ideen, Forderungen und unseren eigenen Kopf!
Und deshalb kämpfen wir gemeinsam, wann und wo wir das wollen!
Mit oder ohne Kopfbedeckung, wenn wir das wollen!
Nein, wir lassen uns weder hier noch anderswo sagen, wo unser Platz in der Gesellschaft sein soll!
Erst recht nicht von euch!
Zum Schluss noch ein Zitat der Sängerin Ella Fitzgerald als Aufruf an alle Frauen:
„Gib niemals auf, für das zu kämpfen, was du tun willst.“
Also:
Machen wir kämpferisch, laut und bunt weiter!
Kampf dem rassistischen Chauvinismus!
Für eine befreite solidarische Gesellschaft!